Schulprojekt "Schule ohne Rassimsus"

„Ich bin begeistert zu sehen, mit wie viel Engagement sich unsere Gesamtschüler gegen rechte Gesinnung, Ausgrenzung und Diskriminierung einsetzen“, lobt Schulleiterin Anne Jung die Aktivitäten der SV (Schülervertretung) ihrer Schule. Zum wiederholten Male hatten über 20 Oberstufenschüler unter Leitung ihres SV-Lehrers Bert Baesgen und des Projektmanagers Kai Eigenbrodt (12. Jahrgang) die Schulbank mit dem Lehrerpult getauscht.

In insgesamt acht Unterrichtsstunden an 2 Schultagen erschienen zu Stundenbeginn keine Lehrer in den Klassenräumen des gesamten sechsten Jahrgang, sondern Oberstufenschüler. Diese unterrichteten dieses Mal nicht die üblicherweise auf dem Stundenplan stehenden Fächer, sondern arbeiteten mit den jüngeren Schülern u.a. zu Themen wie rechtsradikale Musik, rechte Symbolik, Mobbing und religiöse Diskriminierung. „Das war total cool plötzlich die Mitschüler als Lehrer zu haben, die man sonst im Bus und auf dem Schulhof sieht und man hört ihnen auch ganz anders zu“, war man sich auf Seiten der Sechstklässler einig. Dies bestätigt auch der zukünftige Abiturient und Projektleiter Kai Eigenbrodt: „Gerade in der Erziehung zu Toleranz und gegen rechtsradikale und ausgrenzende Gesinnung kommen wir als Oberstufenschüler bei den Jüngeren natürlich ganz anders rüber.“ Da über 20 Sek.-II-Schüler als Lehrer fungierten, konnten die einzelnen Klassen noch einmal in kleinere 15ner Gruppen geteilt werden, die dann jeweils von mindestens 2 „Schüler-Lehrern“ betreut wurden. „Ich kann jetzt auch die Lehrer ein Stück weit besser verstehen, weil das ja ganz schön anstrengend sein kann, vier Stunden hintereinander zu unterrichten“, zog Chantal Eckhardt zusätzlich ihr persönliches Resümee.
An der Olfener Gesamtschule ist man sich sicher mit diesem Konzept der besonderen Form der Authentizität Kinder immuner gegen braune und diskriminierende Vorstellungen im Alltag zu machen und zu einem größeren Verständnis untereinander beizutragen. Mit diesem außergewöhnlichen Konzept  hatte die Schülervertretung nicht nur auf regionaler, sondern sogar auch auf Landesebene große Beachtung gefunden.