Geschichte

Das Fach Geschichte in der Sek II führt das Fach Gesellschaftslehre in der gymnasialen Oberstufe weiter.

Ziel des Faches ist die Ausbildung eines historisch-reflexiven Geschichtsbewusstseins, das den Schülerinnen und Schülern dabei hilft, sich zu mündigen Bürgern im demokratischen Wertesystem zu entwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt des Faches liegt deshalb auf der historischen Sach- und Werturteilsbildung in problemorientierten Unterrichtsarrangements. In diesem Zuge werden bspw. vorhandene Orientierungsmuster und Geschichtsdeutungen regelmäßig befragt. Alle Dimensionen historischer Erfahrung werden hierbei berücksichtigt (Politik, Wirtschaft, Sozialgeschichte, Kultur- und Geschlechtergeschichte).

Die Inhalte sind am neuen Kernlehrplan des Landes NRW aus dem Jahr 2013 orientiert.

Neben den gängigen Kursformaten der Oberstufe (Grund- und Leistungskurs) bietet die Wolfhelmschule auch Projektkurse in Geschichte an. Alle zwei Jahre sollen diese Projektkurse den Teilnehmern die Chance geben, wissenschaftspropädeutische Kenntnisse zu vertiefen und bspw. am „Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten“ teilzunehmen.

Der Tatsache, dass die Wolfhelmschule eine Netbookschule ist, wird auch im Geschichtsunterricht Rechnung getragen. Historische Dokumentationen, digitale Präsentationen, Wikis, Internetrecherchen etc. bilden einen wichtigen Bestandteil des Unterrichts in der Oberstufe.

Übersicht über die Unterrichtsthemen im Fach Geschichte

Bitte anklicken, vergrößern und durchblättern.

 

Fachkonferenzvorsitzender:

Tobias Horstmann

 

Mailto: hot@wolfhelmschule.com

Bericht zu dem Besuch des KZ Theresienstadt

Im Rahmen ihrer Studienfahrt im Oktober 2016 besuchten Schüler und Schülerinnen des Jahrgangs 13 unserer Schule die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Theresienstadt in Tschechien. Hier kein kurzer Bericht über ihre Eindrücke:

„Zur Geschichte - Vor der Eröffnung des Konzentrationslagers waren Theresienstadt und die nahe liegende „kleine Festung“ ein tschechisches Gefängnis. Im Juni 1940 wurde in der hier jedoch ein Gestapo-Gefängnis eingerichtet. Nach der Besetzung Tschechiens wurde aus dem Gestapo-Gefängnis ein Gefängnis für „deutsche Staatsfeinde“ (hauptsächlich Juden). Anfangs wurden nur Männer, nach 1942 aber auch Frauen in das Gefängnis eingeliefert. Mehr als 8000 Insassen wurden während des Holocaust von hier in andere Konzentrationslager geschickt und dort ermordet. In Theresienstadt selbst sind ca. 2500 Menschen an Folter oder Krankheit gestorben, teils auch wegen der schlechten Arbeitsbedingungen vor Ort. Um die 250 Menschen wurden vor Ort hingerichtet, hauptsächlich aufgrund von Aufständen in den Gefängnishöfen.

Als wir mittags vom Hotel zum Konzentrationslager gefahren sind, war die Stimmung im Bus sehr ruhig und bereits von Beginn an einschüchternd. Nachdem wir angekommen sind und an dem Judenfriedhof in Richtung des Einganges vorbei liefen, passte das Wetter zur Stimmung. Es fing an zu regnen und alleine durch das Tor und den ersten Blick in die kleine Festung war die Stimmung noch bedrückender. 

Als unser Tourguide mit der Führung begann, waren Einige sprachlos, als wir zum Verwaltungshof kamen. Über dem Torbogen stand der Schriftzug „Arbeit macht frei“, auf einigen Bildern hat man diesen Schriftzug zwar schon gesehen, aber als wir davor standen, war das doch noch ein anderes Gefühl.

Wir gingen durch einen langen Tunnel. Der Tunnel verbindet die kleine Festung mit der eigentlichen Stadt. Der Tunnelkomplex hat eine Länge von 55 km, jedoch ist nur knapp 1 km heute begehbar. Es war ein sehr enger Tunnel, es gab zudem kaum Fenster. Ohne das angebrachte Licht wäre es dort komplett dunkel gewesen.

Nachdem wir den Tunnel verlassen hatten, gelangten wir zu dem schockierenden Teil des Museums. Wir gelangten zu der Wand, an der unzählige Juden erschossen wurden. Man sieht dort noch immer die zahlreichen Einschusslöcher, so etwas zu sehen brachte uns zur Sprachlosigkeit.
Außerdem sahen wir die Gefängniszellen von innen. Am schlimmsten waren die Dunkelkammern, in denen auch der Attentäter von Sarajevo, Gavrilo Princip, einmal gesessen hatte. Wir sollten uns auch in eine dieser Zellen stellen, um die Erfahrung der Enge und Dunkelheit nachzuempfinden. Es war extrem beunruhigend.

Es erscheint uns unglaublich interessant und wichtig, an einem Ort zu sein, der die Geschichte dermaßen prägte und für uns als Mahnmal dienen sollte, um solch ein Verbrechen an die Menschheit nicht noch einmal durchleben zu müssen.“

 

Von Melanie Thamm und Maurice Reitemeier

Auf den Spuren der Geschichte Olfens

Stolz und mit Freude präsentierten die Schüler des Projektkurses Geschichte unter der Leitung von Herrn Rühlmann ihre Projekte zur Geschichte Olfens den Schülerinnen und Schülern aus der Mittel- und Oberstufe, sowie interessierten Lehrern.

 

Unter dem Motto „Geschichte in Olfen entdecken und untersuchen“ hatten sich innerhalb des Projektkurses Geschichte drei Arbeitsgruppen gebildet, die sich, geleitet durch die selbstgewählten Themen

 

  • Römer in Olfen – unbedeutende Vergangenheit oder starke Einflussgeber auf Olfen und die Region
  • Hitler in Olfen – gefeiert oder verpönt?
  • Juden in Olfen – Spuren(los) in Olfen?  

 

auf die Suche nach Spuren der Vergangenheit Olfens machten.

Am Anfang der Entdeckungsreise stand die Anfertigung eines Arbeits- und Zeitplans, der Orientierung für die zu bewältigenden Aufgaben geben sollte. Daran anschließend beschafften sich die verschiedenen Arbeitsgruppen, die nötigen Informationen und Quellen zur ihren Themen. Hierzu nahmen sie Kontakt zu verschiedenen Behörden, Institutionen und anderen außerschulischen Lernorten auf, wie z.B. der jüdischen Gemeinde Münster, dem Heimatverein Olfen, dem Stadtarchiv und dem Römermuseum Haltern. Außerdem wurden Zeitzeugen, sowie Experten interviewt, wie z. B. Dr. Bettina Tremmel, eine Archäologin des LWL aus Münster, die an den Ausgrabungen beim Naturbad beteiligt war. Eine Unterrichtsfahrt des Projektkurses ins Landesarchiv Münster, bei der die Archivarbeit von Herrn Dr. Beck vorgestellt  wurde und die interessierten 12. Klässler an einem Workshop zur Quellenrecherche und –analyse zu den jeweiligen Themen teilnahmen, ergab weitere Informationen und Erkenntnisse und schärfte abermals das Verständnis für die historische Forschungsarbeit.

Die Ergebnisse der Entdeckungsreise durch die lokale Geschichte präsentierten die jeweiligen Arbeitsgruppen auf unterschiedliche Weise.

Die „Römergruppe“ stellte ihr Produkt zur Beantwortung der Leitfrage in Form einer Prezi-Präsentation vor, mit der insbesondere Erkenntnisse aus historischen Funden, wie z. B. anhand des „Römerhelms von Olfen“ dargestellt wurden, oder auch Rückschlüsse des Einflusses der Römer auf die Region anhand der Handelsbeziehungen des Römerlagers Olfen mit anderen römischen Siedlungsgebieten gezogen wurden.

Die Schüler, die die jüdische Geschichte erforschten, stellten ihre Ergebnisse in Form einer Fotodokumentation dar, mit der sie auf Überreste des jüdischen Lebens in Olfen aufmerksam machten und insbesondere den Lebensweg der Olfener Arztfamilie Simons aufzeigten.  

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe zum Thema „Hitler in Olfen – gefeiert oder verpönt?“ wurden in eine Filmdokumentation eingebunden, die insbesondere anhand der Rezeption des Besuchs Hitlers im Arbeitsdienstlager in Olfen am 29.6.1934, sowie der Analyse der Reichstagswahldaten von 1929 – 1933 den Aufstieg der Nationalsozialisten in Olfen verdeutlichte.

Nicht nur das begeisterte Publikum, sondern auch die engagierten „Nachwuchshistoriker“ waren sich einig, dass eigenständiges Forschen in der Heimat eine spannende „Geschichte“ ist.