Juniorakademie

Mein Aufenthalt in der JuniorAkademie Königswinter

Im Frühjahr 2016 sprach mich mein Klassenlehrer Herr Lücking an, ob ich Interesse zur  Teilnahme an der Junior Akademie NRW hätte. Bei dieser Akademie handelt es sich um ein außerschulisches, zehntägiges  Programm zur Förderung von Schülerinnen und Schülern der 8. und 9. Klasse. Rund 1.500  Schüler aus ganz NRW haben sich in diesem Jahr beworben, um an spannenden Kursen wie Astrophysik, Forensik, Molekulare Biomedizin und vielen weiteren Kursen teilnehmen zu können. Aufgrund meiner Bewerbung gehörte ich schließlich zu dem Kreis von 150 Teilnehmern an der Junior Akademie NRW.

Ich entschied mich für den Kurs Forensik in Königswinter, in dem wir uns mit vielen verschiedenen Szenarien aus der Kriminalbiologie auseinandergesetzt haben, z.B. der Analyse von Fuß- und Reifenspuren und der Sicherung von Fingerabdrücken und Körperflüssigkeiten am Tatort, mit denen man den Tathergang rekonstruieren und damit den Täter überführen kann.  Besonders spannend war das Body – Farm – Experiment. Dabei haben wir verschiedene Leichen (Wasserleiche, Brandleiche, Leiche hängend in der Luft, Leiche unter Luftabschluss, Leiche in der Erde) in Form von toten Ratten über einen Zeitraum von 8 Tagen verwesen lassen. Tag für Tag haben wir dann Informationen (Körpertemperatur, Zersetzungsgrad, Gewicht,...) gesammelt und festgehalten. Kriminalbiologen können anhand solcher Informationen die Leichenliegezeit einer Leiche bestimmen, die dann wiederum auf den Tathergang und den Täter zurückführen können.

Höhepunkte des Kurses waren Besuche und Vorträge des prominenten Kriminalbiologen Mark Benecke und der Kriminalpsychologin Lydia Benecke. Während Mark Benecke uns über die Bedeutung der DNA in der Forensik bzw. Kriminalbiologie anhand von echten Fallbeispielen aufklärte, hielt Lydia Benecke einen sehr interessanten Vortrag über die Persönlichkeitsmerkmale eines Psychopathen.

Besonders bemerkenswert fand ich die Arbeit in den Kursen, welche sehr frei und in einer entspannten Atmosphäre verlief. Wir haben uns den Großteil unserer Ergebnisse durch Experimente und Recherchen im Internet selbst erarbeitet. Natürlich haben uns unsere Kursleiterinnen unterstützt, aber meistens arbeiteten wir in Kleingruppen mit einer großen Auswahl an Hilfsmitteln, führten Experimente durch und stellten unsere Ergebnisse den anderen später vor.

Doch die Akademie war keineswegs ein reines „Lerncamp“. Die Zeit wurde mit einem umfangreichen Begleitprogramm, welches aus Sport und Musik bestand nie langweilig. Auch wir Kursteilnehmer konnten am Abend ein- bis zweistündige KüAs (Kursübergreifende Angebote) veranstalten, wie Badminton, Volleyball, Gesellschaftsspiele, Poker oder verschiedene Musikprogramme.

Leider gingen die zehn Tage viel zu schnell um. In der kurzen Zeit habe ich viele nette Leute kennengelernt und Freundschaften geschlossen. Mit großen Erwartungen freuen wir uns schon jetzt auf unser Nachtreffen in Velbert. Die JuniorAkademie hat mir sehr viel Spaß bereitet und ist für mich zu einer unvergesslichen Zeit geworden!

 

Nico Wanda, Klasse 9.2

Meine Zeit auf der Juniorakademie

Was ist wohl während der Sommerferien auf einem Internat los? Nicht viel, denken Sie sich jetzt wahrscheinlich. Auf der Loburg in Ostbevern war das in diesem Sommer allerdings etwas anders. Die Internatsleiter haben sich zum wiederholten Mal dazu bereit erklärt, die Räumlichkeiten, in denen sonst fleißig gelernt wird, den Juniorakademien NRW für 10 Tage zu überlassen. In diesen gut 1 ½  Wochen lebten auf der Loburg also 53 Schüler und Schülerinnen, die alle zwischen 13 und 16 Jahren alt und aus NRW waren.

Die Juniorakademien (kurz: JAs) sind Veranstaltungen für besonders motivierte und leistungsstarke Schüler und Schülerinnen der Sekundarstufe ǀ. Jedes Jahr haben alle Gesamtschulen und Gymnasien die Möglichkeit einen Jungen und ein Mädchen, die den Anforderungen gerecht werden, zu nominieren. Zudem muss sich der Schüler/ die Schülerin mit einer schriftlichen Bewerbung, in der er darstellt, weshalb er/sie die JA besuchen möchte, bewerben. Ausgewählt werden die Schüler, deren Bewerbungen am überzeugendsten sind. Alle angenommenen Bewerber treffen sich dann in den Sommerferien über einen Zeitraum von bis zu 10 Tagen und nehmen an Kursen, in denen Themen erarbeitet werden, die in den meisten Schulen nicht einmal in der Oberstufe angeschnitten werden. Für das Freizeitprogramm werden zahlreiche  KüAs (Kursübergreifende Angebote) angeboten.

Zwar fanden in NRW noch weitere Akademien statt, wie beispielsweise in Jülich und Königswinter, jedoch gab es in Ostbevern die Besonderheit, dass alle Kurse und KüAs auf Englisch abliefen.

Schon bei der Bewerbung musste man ich für einen Kurs entscheiden. In Ostbevern  wurden die Kurse „Biomimetics“, „Nanotechnology“  und  „Wonders of Symmetry“ angeboten. Ich entschied mich für Letzteres.

Als wir am ersten Tag in Ostbevern ankamen wurden wir zunächst auf unsere Zimmer zugewiesen und anschließend mit einer Einführung in der Aula begrüßt. Dort bekamen wir auch den Tagesplan zum ersten Mal gezeigt:


  • 6:45                  ->           Frühsport                     
  • 7:30                  ->           Frühstück
  • 8:30                  ->           Treffen in der Aula (Besprechung, Fragen, Probleme)
  • 9:00-12:30         ->           Kurse
  • 12:30                ->            Mittagessen
  • 14:00                ->            Chor, Stadt oder Sport
  • 16:00-18:00       ->            Kurse
  • 18:00                ->            Abendessen
  • 20:00-22:00       ->            KüAs
  • 22:30                ->            Nachtruhe              


Als ich den Plan das erste Mal sah, musste  ich erstmal schlucken. Frühsport?! Um halb acht Frühstück?!  Wie sich aber recht schnell herausstellte, sah es schlimmer aus, als es war. Der Frühsport war nur am ersten Tag verpflichtend und auch zum Frühstück konnte man später kommen. Auch die Nachtruhe war nicht so ernst zu nehmen, wie man vielleicht denkt, unter der Bedingung, nicht zu laut zu sein, durfte man auch nach 22:30 Uhr noch mit den anderen quatschen, etc.

Nach der Einführung ging es, nach der Verabschiedung von den Eltern, auch schon in die Kurse, in denen wir uns zuerst einmal kennenlernten, in den folgenden Tagen starteten die Leute in meinem Kurs, Wonders of Symmetry, Formeln zu beweisen, Polyeder zu bauen, usw. Es erinnerte weniger an Schule, als an Projektarbeit und auch das Englische fiel allen nach spätestens zwei Tagen leicht.

Am letzten Tag fand die so genannte „final presentation“ statt, in der wir unsere Ergebnisse den Eltern, Kursleitern, wie auch eingeladenen Politikern vorstellten (natürlich auf Englisch) und für unsere Teilnahme ein Zertifikat erhielten.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich auf der Juniorakademie, auch wenn es ein paar negative Dinge gab, wie das frühe Aufstehen und den strikten Zeitplan, viele interessante Erfahrungen gesammelt und natürlich Freunde fürs Leben gefunden habe.