KuMuDas

Begegnung/ Ankommen in Deutschland

Barbara Bongert, Kirsten Wever, Benjamin Isankunya, Thomas Fornfeist

KuMuDS Kurs des 10. Jahrgangs lässt sich inspirieren

Da die Schülerinnen und Schüler des KuMuDS Kurses und die Flüchtlinge am Ende des Schuljahres 2017/18 selbst auf der Bühne stehen werden,  bekamen sie am Sonntag, dem 8.10.2017 die Möglichkeit nach Dortmund ins Kinder- und Jugendtheater zu fahren, um sich ein ganz besonderes Theaterstück anzugucken und darüber hinaus auch noch eine theaterpädagogische und dramaturgische Einführung zu erhalten.

„Das war spitze“, so die einheitliche Meinung der Kursteilnehmer. Zunächst wurden wir von der Theaterpädagogin Sabine Heigl begrüßt und schon ging es aktiv mit Aufwärmübungen los. Dabei kamen einige ganz schön ins Schwitzen. Was es bedeutet, sich in eine Rolle einzufinden, war nur ein kleiner Ausschnitt, aus der Fülle von weiteren wichtigen Aspekten, die zur Theaterarbeit gehören und von Frau Heigl lebendig vorgestellt wurden. Berufe rund um das Theaterspielen bis über das größte Geschenk, das ein Schauspieler erhält, den Applaus, wurde alles in knapp einer Stunde besprochen und erlebbar gemacht.

Dann durften wir das ausverkaufte Theaterstück „Tschick“ erleben, was sehr unterhaltsam war, immerhin verfolgten es alle Zuschauer mit höchster Konzentration. Einzelne Schüler konnten sich in bestimmte Szenen noch besser hineindenken, da „Tschick“ auch im Unterricht gelesen und bearbeitet wurde. Bei den meisten Schülern und vor allem bei den Flüchtlingen war der Theaterbesuch eine Premiere und nun geht’s mit Vorfreude in die weitere Theaterarbeit mit vielen neuen Anregungen.

Das Kinder- und Jugendtheater Dortmund wurde 1953 gegründet und ist damit eines der ältesten städtischen Kinder- und Jugendtheater in Deutschland. Es gehört als eigenständige Sparte zum Theater Dortmund. Das KJT ist an der Sckellstraße zwischen Westfalenpark und Dortmund Hörde angesiedelt. Dem festen Ensemble gehören acht Schauspieler an und der eigenen Bühnentechnik fünf Mitarbeiter. Des Weiteren sind für das KJT zwei Dramaturginnen und zwei Theaterpädagoginnen tätig. Die Bühnenbilder und Köstüme werden in den Werkstätten des Theater Dortmund gefertigt. Das KJT bringt jedes Jahr sechs bis acht Produktionen für Kinder und Jugendliche heraus und wendet sich so an ein Publikum vom Kindergartenalter bis hin zu Oberstufenschülern und jungen Erwachsenen. In der Spielzeit 2012 / 2013 besuchten über 37.000 Zuschauer das Haus, womit das KJT so erfolgreich war wie nie zuvor. Da der Großteil des Publikums des KJT Schüler sind, werden so automatisch Kinder aller Schulformen, sozialen Schichten, diejenigen mit und ohne den sogenannten Migrationshintergrund erreicht. Über den organisierten Besuch durch Schulen findet im Kinder- und Jugendtheater häufig der allererste Kontakt mit Theater statt.    Die Aufführungen des KJT versuchen immer wieder sich mit der Realität des Publikums und den Fragestellungen ihrer Umwelt auseinanderzusetzen.

Auf inhaltlicher Ebene baut das KJT unter der Direktion von Andreas Gruhn auf drei Säulen auf: Die Heranführung eines jungen Publikums an Literatur (Lessing, Dickens, Hauff, Brecht, Schiller), die Auseinandersetzung mit aktuellen Zeitfragen und die Spiegelung der Lebensrealität der jungen Zuschauer.

Tanzworkshop mit  Benjamin Isankunya, 11.11.2017

Das Thema „Ursachen für Krieg“ bestimmte unsere Arbeit vom letzten Workshop am 06.10.2017. Dieses wurde mithilfe des darstellenden Spiels und des Sprechgesang umgesetzt.  Bei unserem heutigen Treffen in der Wolfhelm Gesamtschule der Stadt Olfen von 10 – 13h ging es um ein neues Ausdrucksmittel im Bereich des Theaters: dem Tanz. Nach den ersten Warm-Up Übungen mit dem Tänzer und Choreographen Benjamin Isankunya, ging es darum, durch Bewegung und Musik Szenen zu erstellen, die in das übrige Theaterstück eingebracht werden sollen. Wichtig an dem heutigen Treffen war die Situation, dass alle Teilnehmer noch keine Erfahrungen im Bereich Tanz hatten. Bei dem heutigen Einstieg in diesem Ausdrucksbereich ging es zunächst darum Bewegungselemente miteinander zu verknüpfen, um sie dann in eine Choreographie enden zu lassen, die sich wie die übrigen Bereiche der Theaterarbeit mit dem Thema: Krieg und Frieden auseinandersetzen soll.

Time and Tune – Eine grandiose Aufführung am Samstag und Sonntag in der Gesamtschule Olfen.

Unter Leitung von Antonia Hoppenberg und Robert Möller interpretierten die Schüler und Schülerinnen des Profilprojektkurses Kunst- Musik-Darstellendes Spiel das Stück von Eckhard Klages neu.

Erste Impressionen von der Aufführung findet man in unserer Bildergalerie. Eine ausführliche Beschreibung vom Abend folgt in Kürze.

Der zweijährige Profilkurs „Kunst- Musik-Darstellendes Spiel“, auch kurz KuMuDaS genannt, knüpft an die Fächer Sport, Deutsch, Kunst und Musik an. Die Schüler und Schülerinnen in diesem Kurs setzen sich mit körper-, wort-, bild- und musiksprachlichen Ausdrucksformen auseinander und führen die unterschiedlichen Ausdrucksformen in eine praktisch-kreative Darstellungs- und Gestaltungsaufgabe über. Das Ergebnis der zweijährigen Arbeit wird der Öffentlichkeit im Rahmen von abendlichen Veranstaltungen präsentiert. Die Öffentlichkeit kann sich selber ein Bild davon machen, wie phantasievoll und kreativ die Projektschüler und – schülerinnen gearbeitet haben. Vom Theaterstück, über Musical bis hin zu Kunstausstellungen oder einer Performance oder einer Show alles kann dabei sein. In den vergangenen Jahren kamen z.B. zur Aufführung:

- König der Löwen

- Linie 1

- Wasser

- die 50ziger Jahre

- Fame –Der Weg zum Ruhm

- Abba.

Wie sich Olfener Schüler und Flüchtlinge annähern

 „KuMuDas“ - das steht für Kunst, Musik und Darstellendes Spiel. In einem Projekt der Wolfhelmschule erarbeiten Schüler der 9. Klasse mit jugendlichen Flüchtlingen ein Theaterstück.

Ohne ein Wort zu sagen, zeichnet der 17-Jährige Ousman mit seinen Fingern etwas in die Luft. Hochkonzentriert versucht er, pantomimisch den Begriff auf seinem Zettel zu erklären. „Gürtel!“, ruft Schülerin Merle und liegt richtig. Die Übung funktioniert und das Kennenlernen des Kumudas-Projekts schreitet voran.

Kumu – Was? „Das bedeutet Kunst, Musik und darstellendes Spiel“, erklärt Lehrerin Kirsten Wever, die mit ihrem Kollegen Thomas Fornfeis das Projekt an der Wolfhelmschule leitet. Nach dem Erfolg des ersten Treffens zwischen Schülern und Flüchtlingen stand am Freitag die zweite Begegnung statt. In Mimik- und Gestikspielen tasteten sich die jungen Menschen unterschiedlichster Nationen im Gemeinschaftsraum der Schule vorsichtig einander an.

„Es ist gar nicht so einfach“, sagt Ousman so gut er es kann. Der 17-Jährige aus Guinea ist erst seit sechs Monaten in Deutschland. Verstehen kann er die Schüler der Wolfhelmschule trotzdem schon. Merle und Darlene sind seine Gruppenmitglieder: „Es macht Spaß die Begriffe gemeinsam zu erarbeiten“, sagen die Freundinnen.

Um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, fordert eine weitere Übung die Gruppen auf, sich nacheinander in der Mitte des Raumes aufstellen und laut „Kumudas“ zu schreien. Erst zaghaft, dann lebhaft reißen die kunterbunten Teams ihre Hände in die Luft und rufen das Wort lautstark hinaus. „Das erste Kennenlernen war wirklich nötig“, sagt Laura Knepper und weist auf die anfängliche Schüchternheit aller Beteiligten hin. Jetzt sei die Atmosphäre deutlich lockerer und gelöster. „Viele Flüchtlinge, die schon etwas besser Deutsch sprechen, helfen uns beim Übersetzen“, weiß Lena Giesenkirchen. Die 14-Jährigen sind mit Walid aus Lybien und Boubacar aus Guinea in einer Gruppe. Für ihre Pantomime nutzen sie die zur Verfügung stehenden Trommeln.

Die Übungen sollen sowohl Schüler als auch Flüchtlinge auf ein Theaterstück am Ende des zweijährigen Projekts vorbereiten. „Wir schreiben das Stück selbst und alle werden mitspielen, daher sind die Treffen so unglaublich wichtig“, sagt Kirsten Wever, die schon im Frühjahr mit einem Zwischenergebnis rechnet. Unterstützt wird das Lehrergespann Wever und Fornfeis von Barbara Bongert, ehemalige Lehrerin an der Otto-Hahn-Realschule in Selm: „Ich finde das Projekt großartig, deshalb bin ich dabei.“

 

Quelle: Ruhr Nachrichten, Link zum Artikel

KuMuDas Jg. 9

Seit Beginn des Schuljahres arbeiten die Schülerinnen und Schüler aus dem Profilprojekt KuMuDas des 9. Jahrgangs unter der Leitung von Frau Wever und Herrn Fornfeist an der Erstbegegnung zwischen ihnen und Flüchtlingen aus Lüdinghausen und Seppenrade. „Es soll ein ganz besonderes Projekt in dieser Jahrgangsstufe werden, da wir gemeinsam ein Theaterstück entwickeln und aufführen werden“, erläutert Frau Wever. Aus diesem Grund ist auch für Herrn Fornfeist  gerade „die Erstbegegnung zwischen unseren Schülern und den Flüchtlingen von besonderer Bedeutung.“

Nach einer aufwendigen Vorbereitung in den KuMuDas Stunden fand dieses Fest letzten Freitag, 4.11.2016 an unserer Schule von 13:00 Uhr bis 18:00 Uhr statt.

„Wir möchten so gerne in eine deutsche Schule gehen, mit deutschen Schülern zusammen sein!“ Dieser Satz bildete den Ausgangspunkt für eine Zusammenarbeit zwischen der Wolfhelmschule Olfen und 16 jungen Flüchtlingen aus Seppenrade und Lüdinghausen. Voraussetzung hierfür war die Aufgeschlossenheit und Bereitschaft für ein ungewöhnliches Projekt, nämlich ein Profilprojekt für deutsche Schülern und junge Flüchtlinge, KuMuDas (Kunst, Musik und darstellendes Spiel) anzubieten, um ihnen so die Chance zu geben, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. Ein erster Test hierzu erfolgte bereits beim Stadtfest 2016 in Lüdinghausen, wo vier Schülerinnen und Schüler aus Olfen mit fünf Flüchtlingen erstmals erfolgreich zusammen auf der Bühne standen. Mit dem Beginn des Schuljahres formierte sich das Profilprojekt KuMuDas an der Gesamtschule mit 32 Schülerinnen und Schülern unter der Leitung von Kirsten Wever und Thomas Fornfeist, die nun mit den jungen Flüchtlingen unter der Leitung von Barbara Bongert zusammenarbeiten werden. Auftakt hierzu bildete das Kennlernfest, zu dem die Olfener Gesamtschüler  am Freitag, den 4. November in ihre Schule eingeladen hatten. Gespannt warteten die deutschen Schüler auf ihre ausländischen Gäste und waren sicherlich erstaunt, 16 ausländischen Menschen zu begegnen, die zunächst sich sehr unsicher und schüchtern dieser Begegnung stellten.

Große Freude hatte bereits vorher eine liebevoll gestaltete Einladungskarte bereitet. Sehr sorgfältig hatten die Olfener Schüler diese Begegnung vorbereitet. Sie begann mit einem Kennlernspiel und einem geführten Rundgang durch die gesamte Schule. „Sehen alle deutschen Schulen so gut aus?“, war die fassungslose Frage der Flüchtlinge und so dauerte der Rundgang auf Grund des großen Interesses wesentlich länger als geplant. Mit großem Erstaunen wurde registriert, dass es in deutschen Schulen auch eine Küche gibt. Das nächste Gemeinschaftsprojekt, nämlich gemeinsam zu kochen, wurde mit großer Begeisterung aufgenommen. Fünf Gruppen, bestehend aus ausländischen und deutschen Schülern formierte sich, um gemeinsam nach Rezepten der deutschen Schüler köstliche Speisen zuzubereiten. Durch diese gemeinsame Arbeit wurden erste Kontakte geknüpft, geprägt durch einen vorsichtigen, respektvollen Umgang miteinander. Miteinander lernen war angesagt und so waren die Olfener Schüler intensiv darum bemüht, den deutschen Wortschatz ihrer Gäste zu erweitern. „Gemeinsames Kochen macht Spaß“, war der Satz, den alle beherrschten. Mit dem anschließenden Essen endete ein gelungener Kennlerntag. Von beiden Seiten besteht der Wunsch, diese Zusammenarbeit möglichst bald fortzusetzen. Geplant ist es nun, intensiv in die Theaterarbeit einzusteigen, um so im Frühjahr nächsten Jahres die erste Aufführung zu zeigen.

Was haben die deutschen Schüler bei diesem Treffen gelernt? Die jungen Flüchtlinge verhalten sich ausgesprochen respektvoll und höflich allen, insbesondere Mädchen, gegenüber. Sie sind keine Machos, die sich bedienen lassen, sondern anderen auch Arbeit abnehmen, überall anfassen, helfen und sich für keine Arbeit zu schade sind.

Was haben die jungen Flüchtlinge gelernt? Deutsche Jugendliche lehnen sie keinesfalls ab, sondern zeigen sich verständnisvoll und offen und mitfühlend ihnen gegenüber. WILLKOMMEN!

Emotionale Momente bei Mamma Mia!

Endlich war es soweit! Der KuMuDaS-Kurs des 10. Jahrgangs 2015 brachte das bekannte Musical Mamma Mia auf die Bühne. Am Freitag, den 05. und Samstag, den 06.06.2015 klangen Lieder der weltbekannten Popgruppe ABBA, eingebunden in eine kurzweilige und amüsante Geschichte durch das Forum.

Die Handlung von Mamma Mia ist schnell erzählt. Sophie wünscht sich nichts sehnlicher, als von ihrem leiblichen Vater zum Traualtar geführt zu werden. Dafür wäre es gut zu wissen, wer er ist. Doch ihre leibliche Mutter Donna hat dieses Geheimnis nie gelüftet. Davon lässt sich Sophie aber nicht abhalten. Im Tagebuch ihrer Mutter liest sie von drei potentiellen Vätern und lädt sie kurzerhand alle zu ihrer Trauung ein. Donna hat keine Ahnung von den Plänen ihrer Tochter. Und so führt die Ankunft des Trios zu turbulenten Verwicklungen.

Knapp 50 Jugendliche haben im zweijährigen Profilprojekt KuMuDaS (Kunst – Musik – Darstellendes Spiel) an dem Musical gearbeitet. Dabei machten sie alles selbst: Sie waren Sänger und Schauspieler, bauten und gestalteten das Bühnenbild, waren für die Ton- und die Lichttechnik verantwortlich. Was die Besucher erwartete, war ein 180-Grad-Bühnenbild, in dem die Zuschauer mittendrin saßen. Durch die Anordnung der verschiedenen Szenen im Halbkreis mussten die Besucher ihren Blick hierhin und dorthin wenden.

Die Sängerinnen und Sänger bewiesen viel Mut, wen n sie alleine auf der Bühne standen und die bekannten Lieder live singen sollten. Mit zum Teil starken Stimmen und großem schauspielerischen Talent fingen sie die Zuschauer ein und zogen sie in ihren Bann.

Geleitet wurde der Projektkurs von den Lehrerinnen Inga Pasquariello und Anika Marquardt, die beide viel Herzblut in das Musical steckten. Mit großer Freude und großem Stolz sahen sie schließlich das Ergebnis der intensiven Arbeit.